Elektrische Zahnbürsten für Kinder

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob und ab wann Kinder mit einer elektrischen Zahnbürste putzen dürfen? Im Allgemeinen lautet die Antwort: Ab dem dritten Lebensjahr. Aber der Reihe nach:

Sind elektrische Zahnbürsten für Kinder empfehlenswert?

Stiftung Warentest hat sich im April 2004 und im Dezember 2015 mit dem Thema elektrische Kinderzahnbürsten befasst. Fazit: Aus zahnmedizinischer Sicht spricht nichts dagegen, wenn Kinder ihre Zähne ab dem dritten Lebensjahr elektrisch putzen.

Zwingend notwendig ist das nicht: Auch mit einer Handzahnbürste lässt sich ein kariesfreies Gebiss erreichen. Die elektrische Zahnbürste macht aber vieles leichter. Stiftung Warentest schreibt dazu: „Gerade die Jüngsten sind motorisch überfordert, wenn sie mit der Handzahnbürste putzen sollen. Eine gute E-Bürste übernimmt einen Großteil dieser Arbeit und erhöht die Chance auf saubere Zähne“. Darüber hinaus reinigt die elektrische Zahnbürste gründlicher.

Was macht eine elektrische Kinderzahnbürste aus?

Praktisch alle Hersteller bieten spezielle Modelle für Kinder an. Diese sind meist besonders bunt (z.B. mit Comicfiguren wie Mickey-Maus, dem Janosch-Tieger oder Barbie) gestaltet und manche spielen sogar Musik ab. Bei all dem geht es eigentlich nur um eins: Kinder sollen Spaß am Zähneputzen haben. Alles Was Spaß macht, tut man gern, möglicherweise auch öfters und ausdauernder. Sicher ist, die Zähne werden es danken.

Entscheidend ist allerdings der Bürstenkopf. Er sollte eher klein sein, damit auch die hinteren Backenzähne bequem erreicht werden und – ganz wichtig – weiche, gut abgerundete Borsten haben, um das empfindliche Zahnfleisch nicht zu verletzen. Die Form, rund oder länglich, spielt dagegen keine so große Rolle.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Achten Sie darauf, dass sich die Bürstenköpfe wechseln lassen und dass Sie Ersatzbürstenköpfe jederzeit einfach nachkaufen können. Sonst landet das Gerät schnell auf dem Müll.

Die Zahl und Intensität der Schwingungen ist meist geringer, als bei den Standardbürsten. Einige Hersteller bieten Bürstenköpfe bzw. Einstellungsmöglichkeiten für zwei Altersstufen.

Die Griffstücke von Kinderzahnbürsten unterscheiden sich erstaunlicherweise bei fast allen Modellen kaum von denen für Erwachsene. Für Kinder ab drei bis vier Jahren stellt dies jedoch kein Problem dar.

Oft lassen sich die Kinderputzköpfe übrigens auch auf das ganz normale Erwachsenenmodel stecken. Dann sollte eine möglichst sanfte Reinigungsstufe gewählt werden.

Timer

Manche Kinderzahnbürsten sind mit einem Putzzeitsignal (Timer) ausgestattet. Entweder im Gerät integriert oder in Form einer zusätzlichen Sanduhr. Auf jeden Fall sinnvoll, um die notwendige Putzdauer von mindestens 2 Minuten einzuhalten. Dabei hat die integrierte Version den Vorteil, dass nichts verloren geht.

Batterie oder Akku?

Das ist Ermessenssache. Ich persönlich bevorzuge Akkuzahnbürsten. Vorteil: Es fällt kein Müll an und die Geräte machen auf mich einen deutlich wertigeren Eindruck. Die Putzleistung ist besser und lässt auch nicht so schnell nach.

Das bestätigt auch der Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2015: Die Plätze 1-4 belegen sämtlich elektrische Kinderzahnbürsten mit Akku. Erst auf Platz 5 landet die erste Batteriezahnbürste.

Welche Modelle sind empfehlenswert? – elektrische Kinderzahnbürsten im Test

Unsere Empfehlung ist die Oral-B Kids‘ Power Toothbrush. Im Test von ÖKO-Test (Heft 12.2013) landete sie mit dem Gesamturteil „sehr gut“ auf Platz 1. Bei Stiftung Warentest belegte sie im Test vom Januar 2015 den zweiten Platz. Die Kids‘ Power Toothbrush bietet alles, was man von einer elektrischen Kinderzahnbürste erwarten kann: Oszillierender kindgerechter Bürstenkopf mit gut abgerundeten Borsten für schonende Zahnreinigung, Intervalltimer und ordentliche Akkuleistung. Geeignet für Kinder ab 3 Jahren. Mehr Infos hier auf der Seite oder direkt bei Amazon.

Den Testsieg bei Stiftung Warentest konnte die Janosch Kinder Schallzahnbürste aus dem Hause Beurer für sich verbuchen. Allerdings ist das Modell nur für Kinder über 7 Jahren empfehlenswert. In dieser Altersstufe punktet die Bürste mit sehr guter Zahnreinigung (bestes Ergebnis im Test). Der Putzmodus und Bürstenkopf für kleinere Kinder schneidet dagegen mit mangelhaft ab. Anstelle des elektronischen Timers gibt es lediglich eine Sanduhr. Schade!

Die Ergebnisse des Tests von Stiftung Warentest im Überblick:

PlatzHersteller/ModellNoteAmazon
1Beurer, Janosch KinderzahnbürsteAkku2,1/4,6*Infos + kaufen
2Braun, Oral-B Kids‘ PowerAkku2,1Infos + kaufen
3Braun, Oral-B Stages PowerAkku2,1Infos + kaufen
4Philips, Sonicare for KidsAkku2,2/3,7**Infos + kaufen
5Braun, Oral-B Stages PowerBatterie2,8
6dm, Dontodent KidsAkku3,1
7Rossmann, Perlodent YakariBatterie4,1
8Aldi Nord, SHG dentBatterie4,6
9Carrera, SpongeBobBatterie4,6
103 Suisses, Gingo bilobaBatterie4,9
11Colgate, Barbie ToothbrushBatterie5,0

* Note 2,1 für Bürstenkopf für Kinder über 7 Jahre und Putzmodus ‚medium‘, Note 4,6 für Bürstenkopf für Kinder von 4 bis 7 Jahren und Putzmodus ’soft‘
** Note 2,2 für Putzmodus für ältere Kinder, Note 3,7 für Putzmodus für kleine Kinder
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im Heft 1/2015 der Stiftung Warentest, Seite 28-31
Amazon-Links haben wir nur für die Geräte angegeben, die mit „gut“, also mit der Note 2,5 und besser abgeschnitten haben

Ab welchem Alter können Kinder die Zähne selbständig putzen?

Mit dem Zähneputzen beginnt man, sobald die ersten Zähne da sind. Also mit etwa 6 Monaten. Klar: Kleinkinder können sich nicht selbst die Zähne putzen. Hier müssen stets die Eltern unterstützend tätig werden.

Sobald das Kind flüssig schreiben kann, ist die Handmotorik entsprechend ausgereift, die Zähne selbständig zu putzen

Aber auch bei älteren Kindern ist noch Kontrolle angesagt. Viele Kinder und Jugendliche täuschen aus Bequemlichkeit das Zähneputzen nur vor oder putzen nicht sorgfältig und lange genug.

Was ist sonst noch zu beachten?

  • Achten Sie auf die Ernährung: Möglichst wenig Süßes und Saures.
  • Das gilt auch für Getränke – lieber Wasser anstelle von Saft oder süßen Tee.
  • Verzichten Sie auf Zwischenmahlzeiten, damit sich Mundflora und Zahnschmelz regenerieren können.
  • Und lassen Sie Ihr Kind nicht stundenlang am Fläschchen nuckeln. Flaschenkaries (auch Nuckelkaries oder Saugerkaries genannt) sind sonst fast unausweichlich die Folge.
  • Karies ist übrigens eine Infektionskrankheit, die von den Eltern auf die Kinder übertragen wird. Schlecken Sie also Schnuller und Löffel der Kleinkinder nicht ab.
  • Wie bei Erwachsen gilt auch für Kinder: Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Zahnhygiene.
  • Die Putzergebnisse können Sie mit Zahnfärbetabletten aus der Drogerie oder Apotheke prüfen. Sie machen Beläge sichtbar.
  • Fluorid ist wichtig für die Kariesvorsorge! Obwohl umstritten empfiehlt selbst ÖKO-Test die Verwendung von fluoridhaltiger Kinderzahnpasta oder Fluoridtabletten.
  • Und vergessen Sie nicht die regelmäßige Kontrolluntersuchung beim (Kinder-)Zahnarzt.

Webtipps

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich am besten Ihren Zahnarzt. Aber auch im Internet finden Sie wertvolle Tipps und Hinweise. So zum Beispiel auf der Seite des Bundesverbands der Kinderzahnärzte (mit Suchfunktion für Zahnärzte, die Zusatzqualifikationen für die Behandlung von Kindern haben) sowie in der Rubrik Elterninfos auf der Seite der Österreichischen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde.

Fazit

Ob eine elektrische Kinderzahnbürste tatsächlich notwendig und sinnvoll ist, muss also jeder für sich entscheiden. Wenn es die Jüngsten zur regelmäßigen Zahnpflege motiviert, warum nicht?